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Wie der "Like-Button" das Internet ruinierte

Ich schreibe seit zwanzig Jahren in das Internet, seit 2004 in Blogs. Damals (tm), so sagen meine Altersgenossen, habe man noch differenziert diskutieren und stilvoll streiten können. Bevor Facebook kam und uns mit Lebensweisheiten von Paulo Coelho zum Sharen und Liken erzog, bevor Twitter unsere Gedanken in 140 Zeichen presste.

Auf "The Atlantic" lese ich heute einen Artikel, der mir Hoffnung gibt. Es scheint, dass ich mir nicht nur gut zurede, wie erwachsene Bewohner einer Community das eben tun, nach dem Motto "früher (tm) war alles besser". Kann es sein, fragt der Artikel, dass uns der "Like-Button" das Diskutieren abgewöhnt hat? Das Bedürfnis, einen eigenen Beitrag zur Debatte hinzuzufügen, tritt hinter ein einfacheres und wirkungsvolleres zurück: dem Wunsch nach Bestätigung.

 

"Mehr Engagement ist besseres Engagement?"

James Somers, Autor des Artikels "The Like Button Ruined the Internet", erzählt anhand zweier Google Reader Klone, wie Internaktion um ihrer Selbst Willen tieferes Engagement verhindert und wie wir Nutzer langsam aber sicher zu Likemaschinen wurden, statt den Diskursen der digitalen Welt unseren Standpunkt hinzuzufügen.

Somers analysiert weiter, dass die omnipräsente Messbarkeit von Zustimmung zu einer erwartbaren Fülle des sowieso Gemeinten führt. Es fehlt die Magie der Überraschung, die Vielfalt. Das Engagement "Like", das Interagieren mit Inhalten durch schnelle Bewertung, führt unweigerlich zu Click-Bait und steigender Erregung.

Analog zum Musikalbum, wo nicht jeder Song dem Druck der Charts ausgesetzt war, vermisst der Autor heute Stücke, die als Teil des Gesamtpaketes daherkommen und vielleicht erst nach einiger Zeit ihre Magie enfalten.

Hoffnung findet er schließlich in einem Format, das der vermeintlich alten Idee des "Bundles" folgt: dem Podcast. Vielleicht ein Grund für den Erfolg dieses Genres.

Via: The Atlantic, "The Like Button Ruined the Internet", von James Somers.

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